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In fünf Tagen um die Welt: Eine literarische Reise der Superlative

In fünf Tagen um die Welt
Eine literarische Reise der Superlative

Die 60. Frankfurter Buchmesse lädt vom 15. bis 19. Oktober 2008 wieder zu einer Reise durch die Weltliteratur / Das Buch ist immer mit dabei, ob als Film oder DVD, CD oder iTune, in html oder als E-Book

Frankfurter Buchmesse

Frankfurter Buchmesse

Denn auf der weltweit größten Medienmesse treffen sich auch in diesem Herbst wieder über 7.000 Aussteller aus 101 Ländern, um mit rund 390.000 Titeln ein Kaleidoskop der internationalen Medienproduktion zu zeigen. Da ist für jeden was dabei: für den Wissenshungrigen ebenso wie für die Leseratte und den Filmfan, genauso wie für den Kosmopoliten, Comicjunkie oder den immer mobilen Web-2.0-Anhänger. Auch der Promifaktor verspricht hoch zu werden.

Autoren wie Paulo Coelho, Günter Grass und Orhan Pamuk, Politiker wie die Staatspräsidenten der Türkei und Deutschlands, Abdullah Gül und Horst Köhler, aber auch Gilberto Gil oder Michail Gorbatschow, Schauspieler wie Katja Riemann und Mario Adorf haben ihr Kommen bereits angekündigt.

Volles Programm im weltgrößten Club der Literaturfreunde

Internationale Autoren wie die senegalesische Schriftstellerin Fatou Diome, die US-amerikanische Meisterin des Thrillers, Karin Slaughter, der libanesische Autor Amin Maalouf, der russische Krimi-Star Polina Daschkowa – sie alle werden in Frankfurt vertreten sein.

Ebenso wie ihre deutschen Kollegen, unter ihnen Peter Härtling, Steffen Kopetzky, Raoul Schrott, Sven Regener, Ingrid Noll und viele mehr. Rund 2.700 Veranstaltungen auf Veranstaltungsplattformen wie dem gläsernen ARD-Hörfunkstudio auf der Agora, der ARD-Fernsehbühne im Forum Film & TV oder dem „Blauen Sofa“ des ZDF bieten viel Raum für Begegnung.

Dass im belletristischen Bereich Fantasietitel und Krimis als Unterhaltungsgaranten gelten, hat auch der ehemalige Tagesthemen-Kopf Ulrich Wickert erkannt und präsentiert auf der Messe seinen ersten Krimi: „Der nützliche Feind“. Im Comic-Zentrum stehen die Zeichen auf gelb: Die Simpsons sind nämlich eines der Hauptthemen. Zwei der Macher der gelben Kultfamilie, Bill Morrison und David Silverman, sind vor Ort und stehen ihren Fans Rede und Antwort.

Natürlich führt auch in diesem Jahr kein Weg an der Mangamania vorbei: Workshops, Präsentationen und nicht zuletzt die 2. Deutsche Cosplaymeisterschaft sind wieder feste Programmpunkte. Neben dem japanischen Kult steht auch die franko-belgische Schule, vertreten unter anderem durch Lewis Trondheim, wieder hoch im Kurs. Nicht zu vergessen der runde Geburtstag eines Comic- und Leinwandstars: Micky Maus wird 80.

Kulturelle Vielfalt statt globalisierter Einheitsbrei

Der Ehrengast Türkei zeigt mit Autoren wie Orhan Pamuk, Mario Levi, Zülfü Livanelli, Perihan Magden und Feridun Zaimoglu ein äußerst facettenreiches literarisches Gesicht, insgesamt werden zur Messe rund 250 Autoren erwartet. Die deutsche Verlagsszene reagiert mehr als positiv auf den Ehrengast – bislang liegt eine Liste von über 350 Neuerscheinungen vor, davon rund 80 belletristische Titel, die zur Frankfurter Buchmesse publiziert werden.

Autoren und Intellektuelle aus der ganzen Welt sind zur Buchmesse in der Mainmetropole vereint. Dabei steht immer wieder auch die Frage im Raum, wie wir mit kulturellen Unterschieden umgehen. Das Römer-Symposium am Vormesse-Wochenende (11. bis 12. Oktober) bildet den Auftakt für die Diskussionen der folgenden Messetage mit dem Thema „Imaginärer Osten – Imaginärer Westen. Transkulturell denken“. Wissenschaftler und Autoren aus dem Nahen Osten, der Türkei, Deutschland, aber auch aus Afrika und den USA werden der Frage nachgehen, was „der Westen“ und „der Osten“ eigentlich sind, und wer dies definiert.

Die gesellschaftspolitische Dimension der Messe hat spätestens seit 1968 Tradition – wenn nicht gar seit Gutenbergs Zeiten. Das spiegelt sich in zahlreichen Veranstaltungen u. a. im Internationalen Zentrum oder dem Forum Dialog. Die Ausstellung „Verfolgte Stimmen – gerettete Stimmen“, eine Porträtsammlung verfolgter Autoren, hält ein eindringliches Plädoyer für Meinungs- und Gedankenfreiheit.

Gemeinschaftsprojekte wie die Präsentation des Buchprojekts von BILD und Hürriyet, „Fremde Freunde“, oder das deutsch-türkische Begegnungsfest am Messe-Samstag in Halle 4.0 mit Joachim „Jogi“ Löw und dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger zeugen von einem Fest der Kulturen und einer – mindestens deutsch-türkischen – Annäherung. Afrika und Osteuropa widmet das Internationale Zentrum auf der Messe jeweils einen ganzen Tag. Und auch Asien und Lateinamerika spielen – nicht nur im Hinblick auf die kommenden Ehrengäste China 2009 und Argentinien 2010 – eine Rolle.

Von Köchen, Politikern und digitalen Welten

In alltäglichen Dingen lernt der Mensch nicht aus. Dafür sprechen die Vielzahl für den Bücherherbst angekündigter Sach- und Ratgebertitel, die unter anderem im Forum Literatur & Sachbuch vorgestellt werden. Das Themenspektrum reicht von Fitness über die Diskriminierung von Männern im so genannten weiblichen Jahrhundert bis hin zu gutem Sex im Alter. Da Liebe durch den Magen geht, kommt auch das Kochen nicht zu kurz: Auf der Messe präsent sind u. a. die TV-Köche Sarah Wiener, Johann Lafer und Horst Licher.

Viele Sachbücher des Herbstes drehen sich auch um Geschichte und Politik: Die Historiker Ian Kershaw und Hans-Ulrich Wehler werden vor Ort sein, daneben sind außergewöhnlich viele Biographien zeitgenössischen Politikern wie Kurt Beck, Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier gewidmet, aber auch Barack Obama ist angesichts der bevorstehenden US-Präsidentenwahl am 4. November Thema.

Web 2.0, Open Access, Social Networking, Medienkonvergenz sind die Schlagwörter der Zeit – und der Messe, wie ein Blick auf den Veranstaltungskalender zeigt. Man darf gespannt sein, ob im Oktober die Zeit für die neue Generation des Buches, für das E-Book, und somit auch für die E-Book-Lesegeräte Kindle, Sony Reader und Co auch in Deutschland reif ist.

Auch die Frage, ob die Branchenplattform „libreka!“ Größen wie Amazon und Google etwas entgegensetzen kann, wird auf der Messe heiß diskutiert. Dass das Internet nicht das Ende des Buches ist, sondern der Weg auch vom Netz ins Buch funktioniert, zeigen Veranstaltungen wie die Präsentation des Wikipedia-Lexikons in einem Band am Messedonnerstag im ZEIT Bildungsforum.

60 Jahre und kein bisschen leise

Auch die 60. Frankfurter Buchmesse verspricht wieder ein Kulturfest der Superlative zu werden. Neben den Messethemen Politik, Bildung und Digitalisierung sind es vor allem die Vielfalt der Kulturen und die Faszination von Literatur, die Frankfurt ausmachen.

Während in den ersten drei Tagen der Messe die Geschäfte und Deals im Vordergrund stehen, öffnet sich die Messe am Wochenende dem Publikum. Wenn man es genau nimmt, bleiben dann gerade einmal zwei Tage für die Entdeckung der literarischen Welten. Vielleicht doch ein bisschen kurz.

6. Oktober 2008 - Verfasst von bayern90 | Buchmesse Frankfurt | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments Yet

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