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Wir sind Papst! Marktl am Inn: Realsatire oder Dokumentarfilm, das ist hier die Frage. Kinostart am 14.05.2009

Einst war es ein unscheinbarer Ort im Schatten des übermächtigen Pilgerorts Altötting. Doch mit der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst wurde Marktl am Inn zum „päpstlichen Geburtsort“ geadelt. Wie die „freie Marktl-Wirtschaft“ daraufhin aufblühte, das zeigt dieser amüsante Dokumentarfilm.

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Der Dokumentarfilm beobachtet den Wandel, der im oberbayerischen Örtchen Marktl am Inn mit der Wahl Joseph Ratzingers am 19.04.2005 zum Papst beginnt. Von heute auf morgen wird der Geburts- und Taufort des Heiligen Vaters für Gläubige aus aller Welt zur Pilgerstätte. Busladungen von Touristen werden angekarrt, ein riesiger Medien-Tross belagert die Stadt. Und die einheimischen Händler entdecken ein neues Markt-Segment: Papst-Souvenirs von der Postkarte bis zur Kerze, vom Papst-Bier bis zum Plastik-Nick-Ratzinger fürs Auto.

Absoluter Höhepunkt der Papst-Euphorie: Die viertelstündige Stippvisite, die Benedikt XVI. im Sommer 2006 in seinem Geburtsort einlegte. Die Organisatoren vor Ort beschäftigte das Ereignis wochenlang…

Fazit: „Wir sind Papst!“ titelte die BILD-Zeitung – und die Bewohner von Marktl am Inn nahmen’s wörtlich. Die Doku schaut kommentarlos dabei zu, wie ein Provinznest sich zur Papst-Metropole mausert, an Touristen-Massen gewöhnt und den Umgang mit den Medien erlernt. Eine Art von Heimatfilm, der die typisch bayerische Lebensart unter untypischen Umständen erforscht.

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Am 19. April 2005 wurde Kardinal Joseph Ratzinger zum neuen Papst gewählt. Für das 2700 Seelen-Nest Marktl am Inn, Ratzingers Geburtsort, die große historische Wende. Denn plötzlich war der kleine Ort am Rande Oberbayerns für Millionen von Pilgern der Nabel der Welt.

Der Wahl des früheren Münchner Erzbischof Joseph Kardinal Ratzinger am 19. April 2005 zum Oberhaupt der katholischen Kirche verdanken die Dörfler viel. Ihr Ort wurde schnell Ziel von Pilgern, Neugierigen und Touristen. Stand zu Beginn Freude und Stolz über den berühmten Sohn im Vordergrund, merken die cleveren Einwohner bald, dass der Segen auch Geldregen mit sich bringt.

Papst-Merchandising wohin man schaut, vom „Papst Bier“ über die leckere „Ratzinger-Schnitte“ bis hin zum Vatikanbrot und Papsthonig. Sogar „Papst Wein“ darf geschluckt werden, wen interessiert es in der allgemeinen Euphorie schon, dass in der Flasche nur ein Grüner Veltliner gluckert. Katholizismus und Kommerz schließen eine lukrative Allianz.

Kritisch distanziert und mit Augenzwinkern betrachtet der Film den Rummel und seine Auswüchse, ohne sich über die Menschen lustig zu machen. Realsatire und Alltag verschmelzen zu einem unterhaltenden und kuriosen Panoptikum. Nur schade, dass der Film erst jetzt ins Kino kommt.

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13. Mai 2009 - Verfasst von bayern90 | Bayern direkt | , , , , , | Noch keine Kommentare

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